Modul 4 — Die Werkzeuge: OARS
Die Werkzeuge: OARS
Jetzt wird es konkret. Auf dem Boden der richtigen Haltung nutzt MI vier grundlegende Gesprächswerkzeuge, zusammengefasst im Akronym OARS. Dieses Modul stellt sie vor — offene Fragen, Würdigung, reflektierendes Zuhören und Zusammenfassen.
- die vier OARS-Werkzeuge benennen und anwenden
- offene von geschlossenen Fragen unterscheiden
- reflektierendes Zuhören als Kernwerkzeug verstehen
- die Wirkung von Würdigung und Zusammenfassung einordnen
- 1. Vier Werkzeuge: OARS
- 2. O – Offene Fragen
- 3. A – Würdigung (Affirmation)
- 4. R – Reflektierendes Zuhören
- 5. S – Zusammenfassen (Resümee)
- 6. Ein häufiger Irrtum
- 7. Näher betrachtet: ein Fall
- 8. Was das für die Praxis heißt
- 9. Übungen
1. Vier Werkzeuge: OARS
Die grundlegenden Gesprächswerkzeuge der MI werden im englischen Akronym OARS zusammengefasst — zu Deutsch etwa „Ruder“, ein schönes Bild für das behutsame Steuern eines Gesprächs. OARS steht für Open questions, Affirmations, Reflective listening, Summaries (Miller & Rollnick, 2015):
2. O – Offene Fragen
Offene Fragen lassen sich nicht mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten — sie laden zum Erzählen ein. „Wie geht es Ihnen mit der Situation?“ öffnet ein Gespräch; „Geht es Ihnen gut?“ schließt es fast. In MI überwiegen offene Fragen deutlich, denn sie geben dem Menschen Raum, seine eigenen Gedanken — und seine Veränderungsrede — zu entfalten.
3. A – Würdigung (Affirmation)
Würdigung bedeutet, Stärken, Bemühungen und positive Absichten des Menschen ausdrücklich anzuerkennen — ehrlich, konkret und nicht floskelhaft. „Sie sind trotz allem heute gekommen — das zeigt, dass Ihnen etwas daran liegt.“ Würdigung stärkt das Selbstvertrauen und die Zuversicht, dass Veränderung möglich ist (die sogenannte Zuversicht oder Selbstwirksamkeit). Wichtig: Es geht um echte Anerkennung, nicht um billiges Loben.
4. R – Reflektierendes Zuhören
Das reflektierende Zuhören gilt als das wichtigste Werkzeug der MI. Dabei gibt die Fachkraft das Gehörte in eigenen Worten zurück — nicht als Frage, sondern als Feststellung: „Sie sind sich also noch unsicher, ob sich der Aufwand lohnt.“ Das hat mehrere Wirkungen: Der Mensch fühlt sich verstanden, er hört seine eigenen Gedanken noch einmal — und die Fachkraft kann gezielt die Veränderungsrede spiegeln und so stärken (Modul 3).
5. S – Zusammenfassen (Resümee)
Das Zusammenfassen bündelt das Gesagte in regelmäßigen Abständen: „Wenn ich zusammenfasse: Auf der einen Seite gibt Ihnen das Rauchen Entspannung, auf der anderen sorgen Sie sich um Ihre Gesundheit und Ihre Kinder.“ Zusammenfassungen zeigen, dass die Fachkraft zugehört hat, ordnen die Ambivalenz — und geben die Gelegenheit, die Veränderungsseite ans Ende zu stellen und so zu betonen. Sie strukturieren das Gespräch und leiten oft zum nächsten Schritt über.
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6. Ein häufiger Irrtum
7. Näher betrachtet: ein Fall
8. Was das für die Praxis heißt
Für Ihre Gespräche geben Ihnen OARS vier konkrete Werkzeuge: Stellen Sie überwiegend offene Fragen, würdigen Sie ehrlich Stärken und Bemühungen, üben Sie vor allem das reflektierende Zuhören (das Herzstück) und fassen Sie regelmäßig zusammen. Denken Sie an die Faustregel: eher mehr Reflexionen als Fragen. Wie diese Werkzeuge im Gesamtprozess einer MI zusammenspielen — in vier Prozessen —, zeigt das letzte Modul.
9. Übungen
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- OARS = die vier Grundwerkzeuge: Offene Fragen, Würdigung, Reflektierendes Zuhören, Zusammenfassen.
- Offene Fragen laden zum Erzählen ein und geben Raum für Veränderungsrede.
- Würdigung stärkt Selbstvertrauen und Zuversicht — ehrlich, nicht floskelhaft.
- Reflektierendes Zuhören ist das wichtigste Werkzeug: verstehen, zurückgeben, behutsam lenken.
- Zusammenfassen ordnet die Ambivalenz und betont die Veränderungsseite; Faustregel: mehr Reflexionen als Fragen.
Die Inhalte stützen sich auf die unten genannte Fachliteratur. Wörtliche Zitate sind überprüft. Alle Schaubilder, Tabellen und Übersichten in diesem Kurs sind eigene Darstellungen (mit KI erstellt) — inhaltlich nach den angegebenen Quellen. Namen in den Fallbeispielen sind frei erfunden.
- Miller, W. R. & Rollnick, S. (2015): Motivierende Gesprächsführung. Motivational Interviewing (3. Aufl.). Freiburg: Lambertus Verlag.
- Rollnick, S., Miller, W. R. & Butler, C. C.: Motivierende Gesprächsführung in den Heilberufen. Lichtenau: Probst Verlag / G.P. Probst.
- socialnet Rezensionen: Motivierende Gesprächsführung (Miller & Rollnick). Bonn: socialnet.