Modul 3 — Beziehungen darstellen
Beziehungen darstellen
Aus einzelnen Symbolen wird eine Familie, sobald man sie verbindet: Paare, Kinder, Generationen. Dieses Modul zeigt, wie Sie die familiäre Struktur aufbauen — von der Partnerschaft bis zum Drei-Generationen-Bild.
- Paarbeziehungen darstellen (Ehe, Trennung, Scheidung)
- Kinder korrekt einzeichnen
- drei Generationen aufbauen
- ein einfaches Familien-Genogramm strukturieren
- 1. Vom Symbol zur Struktur
- 2. Paare verbinden
- 3. Trennung und Scheidung
- 4. Kinder einzeichnen
- 5. Drei Generationen aufbauen
- 6. Ein häufiger Irrtum
- 7. Näher betrachtet: ein Fall
- 8. Was das für die Praxis heißt
- 9. Übungen
1. Vom Symbol zur Struktur
In Modul 2 haben wir einzelne Personen gezeichnet. Jetzt verbinden wir sie zu einer Familie. Dafür gibt es ebenfalls klare, einfache Konventionen — im Wesentlichen sind es Linien, die zeigen, wer mit wem in welcher Beziehung steht.
2. Paare verbinden
Eine Partnerschaft wird durch eine Verbindungslinie zwischen den beiden Personen dargestellt: vom Quadrat (Mann) nach unten, hinüber und zum Kreis (Frau) hinauf — nach Konvention Mann links, Frau rechts. Eine Heirat wird meist als durchgezogene Linie gezeichnet, oft mit dem Jahr der Eheschließung. Unverheiratete Partnerschaften werden häufig gestrichelt dargestellt.
Mann Quadrat, links | → | Verbindungslinie Heirat: durchgezogen (mit Jahr) | → | Frau Kreis, rechts |
3. Trennung und Scheidung
Beziehungen verändern sich — und das Genogramm hält das fest. Eine Trennung wird durch einen Schrägstrich über der Verbindungslinie markiert, eine Scheidung durch einen doppelten Schrägstrich. Meist wird das Jahr dazugeschrieben. So sieht man auf einen Blick, wie sich die Paarbeziehungen einer Familie entwickelt haben — wichtig etwa bei Patchwork-Konstellationen.
4. Kinder einzeichnen
Kinder hängen an der Paarlinie: Von der waagerechten Verbindungslinie der Eltern geht eine senkrechte Linie nach unten zu jedem Kind. Die Kinder werden von links nach rechts nach Alter geordnet — das älteste links. So entsteht die nächste Generation. Auch hier gilt: Quadrat für Söhne, Kreis für Töchter, Alter dazuschreiben.
Besondere Konstellationen haben eigene Zeichen: Adoptiv- oder Pflegekinder werden meist mit einer gestrichelten Linie angebunden, Zwillinge durch zwei Linien, die an einem Punkt zusammenlaufen. Für den Einstieg reicht aber die einfache senkrechte Linie völlig aus.
5. Drei Generationen aufbauen
Ein vollständiges Genogramm zeigt in der Regel mindestens drei Generationen: die Großeltern (oben), die Eltern (Mitte) und die Kinder (unten). Erst über diese Spanne werden die Muster sichtbar, um die es beim Genogramm eigentlich geht (dazu Modul 4). Man beginnt meist bei der Indexperson und arbeitet sich nach oben (Eltern, Großeltern) und zur Seite (Geschwister) vor.
Großeltern 1. Generation (oben) | → | Eltern 2. Generation (Mitte) | → | Kinder 3. Generation (unten) |
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6. Ein häufiger Irrtum
7. Näher betrachtet: ein Fall
8. Was das für die Praxis heißt
Für Ihre Arbeit heißt das: Verbinden Sie die Personensymbole mit wenigen klaren Linien — durchgezogen für Ehe, gestrichelt für unverheiratet, Schrägstriche für Trennung/Scheidung — und hängen Sie die Kinder nach Alter an die Paarlinie. Bauen Sie drei Generationen auf, damit Muster sichtbar werden können. Und denken Sie daran: Das Genogramm darf unfertig sein. Wie Sie nun die Qualität der Beziehungen und die Muster darstellen, zeigt das nächste Modul.
9. Übungen
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- Paare werden durch Verbindungslinien dargestellt: Ehe durchgezogen, unverheiratet gestrichelt.
- Trennung = ein Schrägstrich, Scheidung = zwei Schrägstriche (mit Jahr).
- Kinder hängen an der Paarlinie, geordnet von links (ältestes) nach rechts.
- Ein Genogramm zeigt mindestens drei Generationen (Großeltern – Eltern – Kinder).
- Es darf unfertig sein — es ist ein Arbeitsmittel, kein Kunstwerk.
Die fachlichen Grundlagen stützen sich auf die genannte Standardliteratur. Namen in den Fallbeispielen sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung.
- McGoldrick, M., Gerson, R. & Petry, S.: Genogramme in der Familienberatung. Bern: Hogrefe (dt. Ausgabe des Standardwerks).
- McGoldrick, M. & Gerson, R. (1985): Genograms: Assessment and Intervention. New York: W. W. Norton (Erstausgabe des Genogramm-Standardwerks).
- socialnet Lexikon: Genogramm. In: socialnet Lexikon. Bonn: socialnet (abgerufen 2025).