Modul 2 — Die Grundsymbole
Die Grundsymbole
Jedes Genogramm besteht aus wenigen, klaren Symbolen. Wer sie kennt, kann jede Familie aufzeichnen — und jedes Genogramm lesen. Dieses Modul führt die Grundsymbole ein: Personen, Alter, Verstorbene.
- die Grundsymbole für Personen kennen
- Alter, Geburts- und Sterbedaten eintragen
- Verstorbene korrekt darstellen
- die wichtigsten Zeichenregeln anwenden
- 1. Eine einfache Bildsprache
- 2. Personen: Quadrat und Kreis
- 3. Namen, Alter und Daten
- 4. Verstorbene Personen
- 5. Die wichtigsten Zeichenregeln
- 6. Ein häufiger Irrtum
- 7. Näher betrachtet: ein Fall
- 8. Was das für die Praxis heißt
- 9. Übungen
1. Eine einfache Bildsprache
Das Schöne am Genogramm ist seine Einfachheit: Mit einer Handvoll standardisierter Symbole lässt sich jede Familie darstellen — und weil die Symbole international üblich sind (McGoldrick & Gerson), kann jede Fachkraft ein Genogramm lesen. Beginnen wir mit den wichtigsten Bausteinen.
2. Personen: Quadrat und Kreis
Die beiden wichtigsten Symbole stehen für einzelne Personen. Nach der Standardnotation gilt: Ein Quadrat steht für eine männliche Person, ein Kreis für eine weibliche Person.
Mann (Quadrat) | Frau (Kreis) |
Die Person, um die es geht (die sogenannte Indexperson oder Klient:in), wird oft durch eine doppelte Linie oder etwas dicker hervorgehoben, damit man im Genogramm sofort sieht, um wen es geht. Ist das Geschlecht unbekannt oder nicht binär, wird häufig eine andere Form (z. B. eine Raute) genutzt und beschriftet — wichtig ist, dass die Legende klar ist.
3. Namen, Alter und Daten
Die Symbole werden beschriftet. Üblich ist: der Name und das Alter in oder unter dem Symbol, Geburts- und Sterbejahr darüber oder daneben. So wird aus einem abstrakten Symbol eine konkrete Person. Das Alter ins Symbol zu schreiben hilft, Generationen und Abstände schnell zu erfassen.
Symbol Quadrat / Kreis | → | Name z. B. „Leyla“ | → | Alter z. B. 42 | → | Daten geb./gest. bei Bedarf |
4. Verstorbene Personen
Verstorbene werden im Genogramm nicht weggelassen — sie gehören oft zu den wichtigsten Personen einer Familiengeschichte. Man kennzeichnet sie, indem man das Symbol durchkreuzt (ein X im Quadrat/Kreis) und meist das Sterbejahr dazuschreibt.
lebender Mann | verstorbene Person (durchkreuzt, mit Sterbejahr) | lebende Frau |
Gerade Verstorbene können für eine Familie eine große Rolle spielen — ein früh verstorbener Elternteil, ein Kind, das die Familie verloren hat. Das Genogramm hält das fest und macht es besprechbar.
5. Die wichtigsten Zeichenregeln
Damit ein Genogramm lesbar wird, haben sich einige einfache Konventionen eingebürgert:
- Von oben nach unten: ältere Generationen oben, jüngere unten.
- Partner nebeneinander: Paare stehen auf einer Höhe, verbunden durch eine Linie.
- Kinder nach Alter: von links (ältestes) nach rechts (jüngstes).
- Mann links, Frau rechts: bei Paaren die übliche Anordnung (Konvention, keine Pflicht).
- Legende bei Besonderheiten: ungewöhnliche Symbole immer kurz erklären.
Symbol-Überblick
Die folgende Übersicht fasst die wichtigsten Genogramm-Symbole zusammen — als Nachschlagehilfe für die nächsten Module.
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6. Ein häufiger Irrtum
7. Näher betrachtet: ein Fall
8. Was das für die Praxis heißt
Für Ihre Arbeit heißt das: Sie brauchen keine künstlerische Begabung und keine Spezialsoftware. Mit Quadrat, Kreis und dem Durchkreuzen für Verstorbene können Sie sofort beginnen. Beschriften Sie mit Name und Alter, bleiben Sie konsistent und schreiben Sie bei Besonderheiten eine kurze Legende dazu. Wie Sie diese Personen nun zu Familien verbinden — Paare, Kinder, Generationen —, zeigt das nächste Modul.
9. Übungen
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- Grundsymbole: Quadrat = Mann, Kreis = Frau, durchkreuzt = verstorben.
- Personen werden mit Name, Alter und ggf. Geburts-/Sterbejahr beschriftet.
- Die Indexperson (Klient:in) wird hervorgehoben.
- Zeichenregeln: Generationen von oben nach unten, Paare nebeneinander, Kinder nach Alter, Legende bei Besonderheiten.
Die fachlichen Grundlagen stützen sich auf die genannte Standardliteratur. Namen in den Fallbeispielen sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung.
- McGoldrick, M., Gerson, R. & Petry, S.: Genogramme in der Familienberatung. Bern: Hogrefe (dt. Ausgabe des Standardwerks).
- McGoldrick, M. & Gerson, R. (1985): Genograms: Assessment and Intervention. New York: W. W. Norton (Erstausgabe des Genogramm-Standardwerks).
- socialnet Lexikon: Genogramm. In: socialnet Lexikon. Bonn: socialnet (abgerufen 2025).