Case Management in der Sozialen Arbeit
Case Management in der Sozialen Arbeit
Wenn viele Hilfen ineinandergreifen müssen, sorgt Case Management für den roten Faden. Wie der Regelkreis funktioniert und welche Haltung dahintersteht.
Case Management ist ein strukturiertes Verfahren, um Menschen mit komplexem Unterstützungsbedarf passgenau und koordiniert zu begleiten. Die Fachkraft wird zur Lotsin: Sie erhebt den Bedarf, plant gemeinsam Ziele, vermittelt passende Hilfen und behält den Überblick. Grundlage ist ein Regelkreis aus mehreren Phasen. Zwei Ebenen greifen ineinander – die Arbeit am Einzelfall (Fallebene) und die Vernetzung im Hilfesystem (Systemebene). Leitprinzipien sind Beteiligung, Ressourcenorientierung und Koordination.
Menschen in schwierigen Lebenslagen brauchen oft mehrere Hilfen gleichzeitig – von Beratung über Gesundheit bis zu Wohnen und Arbeit. Ohne Koordination laufen diese Angebote leicht nebeneinanderher. Case Management setzt genau hier an: Es bündelt die Fäden, stellt die betroffene Person in den Mittelpunkt und sorgt dafür, dass Hilfe wirkt. Dieser Beitrag zeigt den Ablauf und die Haltung dahinter.
Der Regelkreis: sechs Phasen
Ein Kreislauf, kein Einbahnweg: Zeigt das Monitoring neuen Bedarf, geht es zurück in die Planung.
1. Zwei Ebenen: Fall und System
Case Management arbeitet immer auf zwei Ebenen. Auf der Fallebene geht es um den einzelnen Menschen: seinen Bedarf, seine Ziele, die passende Hilfe. Auf der Systemebene geht es um das Netzwerk der Angebote: Wer bietet was, wie arbeiten Dienste zusammen, wo gibt es Lücken? Gutes Case Management verbindet beides – es hilft dem Einzelnen und verbessert zugleich das Zusammenspiel im Hilfesystem.
2. Die Haltung dahinter
Case Management macht aus vielen einzelnen Hilfen einen abgestimmten Weg – mit der betroffenen Person am Steuer und der Fachkraft als Lotsin an ihrer Seite.
3. Häufige Fragen
Wann ist Case Management sinnvoll?
Bei komplexem, mehrdimensionalem Unterstützungsbedarf, wenn mehrere Dienste und Hilfen koordiniert werden müssen – etwa in Eingliederungshilfe, Suchthilfe oder bei Pflegebedürftigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Fall- und Systemebene?
Die Fallebene betrifft die Arbeit mit der einzelnen Person; die Systemebene die Vernetzung und Weiterentwicklung des Hilfesystems. Case Management verbindet beide.
Ist die Case Managerin für alles zuständig?
Nein. Sie erbringt die Hilfen nicht selbst, sondern koordiniert sie – als Lotsin, die vermittelt, begleitet und den Überblick behält.
Wie wichtig ist Beteiligung?
Zentral. Ziele und Hilfen werden gemeinsam mit der betroffenen Person erarbeitet – das erhöht Wirksamkeit und Selbstbestimmung.
Case Management strukturiert anwenden
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Grundlagen & Quellen
Fachlicher Rahmen: Standards und Rahmenempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) – Regelkreis, Fall- und Systemebene.
Bezug Sozialrecht: Case Management findet sich u. a. in Eingliederungshilfe (SGB IX), Pflege (SGB XI) und Kinder- und Jugendhilfe (SGB VIII) wieder.
Hinweis: Dieser Beitrag fasst fachliche Standards allgemein zusammen und ersetzt keine trägerspezifische Konzeption oder Fachberatung im Einzelfall.